Mikko Kytö, Entwicklungsleiter am Universitätsklinikum Helsinki (HUS), fördert gemeinsam mit den Partnern des CleverHealth Network (CHN)-Ökosystems die Wirksamkeit des Gesundheitswesens. Seine fundierte Erfahrung in den Bereichen Datenanalyse, Mensch-Computer-Interaktion sowie Innovationen im Bereich der Gesundheitstechnologie ist ein großer Vorteil für die Förderung dieser Zusammenarbeit.
Mikko Kytö, der seit vier Jahren bei HUS tätig ist, ist zudem als Dozent für Informatik an der Universität Helsinki tätig. Zu seinen Spezialgebieten zählen Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) sowie die Entwicklung nutzerorientierter Lösungen im Bereich der Gesundheitstechnologie. Darüber hinaus unterrichtet er Mensch-Computer-Interaktion an der Aalto-Universität und an der Universität Helsinki.
Mikko begann seine Tätigkeit bei HUS mit dem Ziel, zur Steigerung der Wirksamkeit im Gesundheitswesen beizutragen. Als Mitglied des CHN-Koordinationsteams fungiert er als eine Art Vermittler zwischen Klinikern und Technologieexperten. Das Ökosystem profitiert erheblich von Mikkos Fachkenntnissen in den Bereichen Datenanalyse, Regulierung und Datenmanagement. „Die Zusammenarbeit mit talentierten Klinikern ist wirklich interessant. Ich kann sowohl mit den Klinikern als auch mit den Datenexperten der Partnerunternehmen auf einer gemeinsamen Sprache kommunizieren und fungiere daher bei CHN gewissermaßen als Vermittler“, erklärt Mikko.
Nutzerorientierte Innovation bei der Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes
Eines von Mikkos Projekten bei CHN ist eine mobile App, die schwangeren Frauen dabei hilft, ihren Blutzucker, ihre körperliche Aktivität und ihre Ernährungsgewohnheiten zu überwachen. Mikko, der großen Wert auf Nutzerorientierung legt, und sein Team entwickelten die Benutzeroberfläche der App auf der Grundlage von Nutzer-Feedback. Nach Fertigstellung der App nahm Mikko an der klinischen Studienphase teil und war Hauptautor eines bereits veröffentlichten Forschungsartikels, der auf einem randomisierten, kontrollierten Versuchsaufbau basiert.
Derzeit befragen die Mitglieder von Mikos Forschungsgruppe Fachkräfte für Schwangerschaftsdiabetes, um aus klinischer Sicht weiteres Feedback zur Entwicklung der App zu sammeln. Zudem hat er damit begonnen, Fragen zur Kommerzialisierung der App sowie zum Bereich der geistigen Eigentumsrechte (IPR) zu klären, und untersucht derzeit auch Möglichkeiten für die Pilotphase sowie die Finanzierung des Projekts.
Neue Projekte und Erfassung von Innovationen
Neben dem Projekt zum Schwangerschaftsdiabetes bereitet Mikko weitere neue Initiativen vor, darunter ein Projekt zur altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) sowie ein Projekt im Bereich Atemwegserkrankungen. Im Rahmen des nAMD-Projekts wird angestrebt, den Behandlungsablauf für Patienten zu optimieren, beispielsweise hinsichtlich der zeitlichen Planung von Glaskörperinjektionen und der Medikamentengabe. Darüber hinaus werden Bildgebungsdaten und Patientenregister miteinander verknüpft. Im Projekt zu Atemwegserkrankungen liegt der Schwerpunkt auf der Automatisierung der Auswertung von Spirometriekurven und der Optimierung der Patientenversorgungsprozesse.
Zu Mikons Aufgaben gehört es zudem, neue Projekte innerhalb von HUS zu konzipieren und zu identifizieren. Er war an der Entwicklung eines technischen Tools für diesen Zweck beteiligt, mit dessen Hilfe der Prozess zur Bewertung des Innovationspotenzials optimiert werden kann und das dabei hilft, die organisationsinternen Ideen, Herausforderungen und klinische Bedürfnisse an einem Ort zusammenzuführen.
Aufbau von Kooperationen und internationalen Netzwerken
Mikko ist Mitglied in mehreren Arbeitsgruppen, die sich mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz befassen, darunter die Koordinierungsgruppe des Ministeriums für Soziales und Gesundheit (STM) Koordinierungsgruppe für das Sote-AI-Ökosystem sowie der Risikoanalysegruppe von HUS.
Mikko und das CHN-Team haben zudem die Mayo Clinic in den Vereinigten Staaten besucht, um sich über bewährte Verfahren zu informieren und Kontakte zu knüpfen. Zudem haben sie an großen internationalen Konferenzen wie der DMEA in Berlin und der HLTH in Las Vegas teilgenommen. Ziel ist es, den Bekanntheitsgrad von CHN außerhalb Finnlands zu steigern, von anderen Innovationszentren zu lernen und verschiedene Kooperationsprojekte ins Leben zu rufen.
Blick in die Zukunft: datengesteuerte Innovation und Erwartungen
In Zukunft möchte sich Mikko auch auf die Identifizierung datengestützter Innovationen konzentrieren. Die Datenpools von HUS ermöglichen es, neue Prozesse zu entdecken und bislang noch nicht erkannte Bedürfnisse zu erfassen. Die Wirksamkeit von Innovationen lässt sich anhand von Prozessmodellierungen und Kostenkalkulationen bewerten. Auf dieser Grundlage lässt sich ableiten, ob neue Lösungen erforderlich sind. Dieser Ansatz trägt zudem dazu bei, die Krankenhausprozesse mithilfe der Datenmodelle von HUS zu optimieren.
Mikko sieht in den künftigen Entwicklungsprojekten von CHN sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Er stellt fest, dass es im öffentlichen Sektor keine ausreichenden Anreize für Innovationen gibt, da der Großteil der Arbeit von engagierten Klinikern neben ihren eigentlichen Aufgaben geleistet wird, was die Entwicklung verlangsamt. Es gibt zwar regulatorische Herausforderungen, doch diese sind nicht unüberwindbar, und die Anonymisierung der Daten wird kontinuierlich verbessert.
Mikko sieht CHN in Zukunft als Entwicklungsplattform, dank derer riesige anonymisierte Datenmengen genutzt werden können und eine aktive Zusammenarbeit mit Unternehmen zur Schaffung wirkungsvoller Lösungen im Gesundheitswesen ermöglicht wird. Mit dem Wachstum des Netzwerks hofft er, dass sich die Aktivitäten weiter ausweiten und die Entwicklungsprojekte schneller voranschreiten.
Foto: Felt Fotografi Oy

