Patienten- und Behandlungswege im Mittelpunkt der Afterwork-Veranstaltung des CleverHealth Network-Ökosystems

Das CleverHealth Network veranstaltete am 14. April 2026 für seine Mitglieder eine intensive After-Work-Veranstaltung, deren Ziel es war, die Sichtweisen verschiedener Experten zusammenzuführen und ein gemeinsames Verständnis in Bezug auf das Thema des Tages zu schaffen – Wie lassen sich lückenlose und reibungslose Versorgungs- und Dienstleistungswege sicherstellen?  Ziel des Workshops war es, konkrete Engpässe und Herausforderungen zu identifizieren, die wir künftig mit konkreten Entwicklungsideen und -projekten angehen können.

Die Veranstaltung fand dieses Mal in Keilaniemi, Espoo, unter der Schirmherrschaft von Microsoft statt. Anwesend waren etwa 45 Experten aus den Mitgliedsorganisationen des CHN-Ökosystems. Melisa Haahtinen, Leiterin für Entwicklung und Strategie bei HUS, eröffnete die Veranstaltung, woraufhin Aleksi Kuitunen, Leiter des Bereichs Gesundheitsdienstleistungen, eine Grußbotschaft von Microsoft überbrachte. Er hob das Engagement von Microsoft für die digitale Entwicklung in Europa und Finnland hervor, unter anderem durch bedeutende Rechenzentrumsprojekte sowie die wichtige Rolle der künstlichen Intelligenz bei allen Entwicklungsarbeiten. Die Diskussionen knüpften an die umfassendere Entwicklungsarbeit des CleverHealth Network-Ökosystems an, die durch von Business Finland finanzierte Vorhaben und Projekte unterstützt wird.

Das Thema des Tages wurde anhand von vier Vorträgen behandelt, in denen das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wurde.

Jarkko Loppukaarre, Leiter des Bereichs Kundenbetreuung bei HUS, ging in seiner Rede auf die Terminologie der Branche ein, die teilweise unklar ist oder mitunter ungenau verwendet wird. Der Begriff „Behandlungspfad“ bezeichnet lediglich den Weg eines Patienten durch die Gesundheitsversorgung, während ein „Dienstleistungspfad“ ein auf den Dienstleistungsbedarf des Kunden abgestimmtes Gesamtkonzept darstellt, das individuell umgesetzt wird (aus Sicht des Kunden). Die Beschreibung der Dienstleistungskette (oder Behandlungskette) ist eine für Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen bestimmte Darstellung der Phasen, Zuständigkeiten und der Arbeitsteilung innerhalb der Dienstleistungskette.

Die Spezialplanerin Johanna Pakarinen (HUS) befasste sich mit der digitalen Transformation der Patientenpfade. Sie beschrieb, wie sich Patientenströme durch Automatisierung steuern lassen und wie dadurch bei geeigneten Patientenströmen sogar mehr als die Hälfte der Ressourcen für eine effektivere spezialisierte medizinische Versorgung und sinnvolle Begegnungen freigesetzt werden können. Durch den kombinierten Einsatz von künstlicher Intelligenz und Automatisierung lassen sich die Abläufe weiter erheblich optimieren und reibungsloser gestalten.

Tero Laiho, Entwicklungsleiter der SoTePe-Abteilung der Stadt Helsinki, stellte praktische Beispiele für elektronische Versorgungspfade im Raum Helsinki sowie die damit verbundenen Anforderungen vor. Die Behandlungspfade werden so konzipiert, dass sie die Beteiligung der Patienten an ihrer eigenen Behandlung verbessern, den Einblick in die Behandlungsabläufe erhöhen und inhaltlich den Besuch in der Sprechstunde ersetzen oder den Bedarf an Sprechstundenbesuchen verringern. So fasst beispielsweise der digitale Behandlungspfad für die Schwangerschaftsvorsorge, der gemeinsam mit dem HUS und dem-Kerava-Gesundheitsregion wird der digitale Behandlungspfad für die Schwangerschaftsvorsorge aus Sicht der Patientin die gesamte Betreuung und Überwachung während der Schwangerschaft zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfassen, unabhängig davon, in welcher Organisation die Betreuung erfolgt.

Kimmo Sainio (PeiliVision) behandelte in seinem Vortrag den Behandlungsweg bei ADHS anhand eines Fallbeispiels. Der von PeiliVision entwickelte, spielerisch gestaltete ADHS-Test (EFSim) unterstützt die Diagnose und hilft dabei, das Kind so früh wie möglich auf den richtigen weiteren Behandlungsweg zu lenken. Mithilfe des Tests lassen sich die Fördermaßnahmen in der Schule optimieren, die ADHS-Diagnose beschleunigen oder der Bedarf an umfassenderen Untersuchungen erkennen.

Für die Gesamtmoderation der Veranstaltung sowie die Leitung der Arbeit in den kleinen Arbeitsgruppen war Mikko Lehti (HUS) verantwortlich, unter dessen Leitung die Diskussion im Rahmen eines Workshops vertieft wurde, wobei der Schwerpunkt auf vier Themen lag:

  1. Die Problematik der PTH-ESH-PTH-Übergänge (Kalle Reivilä, InterSystems & Markku Heino, Spinverse)
  2. Schulgesundheitsversorgung (Kimmo Sainio, PeiliVision & Anja Kajanne, HUS)
  3. KI- und Low-Code-Lösungen (Olli Rysä, Microsoft & Tiina Puurtinen, HUS)
  4. Nutzung von Daten (Mikko Tiihonen, Forsante & Riikka Paasikivi, Spinverse)

In den Diskussionen in kleinen Gruppen wurden verschiedene Perspektiven behandelt, darunter die Sichtweise des Kunden/Patienten, die Rollen und Verantwortlichkeiten der Akteure im Gesundheitswesen, Handlungsmodelle, die Verfügbarkeit und Qualität von Informationen sowie Technologien zur Datenintegration. Die Ergebnisse der Diskussionen wurden (unter Einsatz künstlicher Intelligenz) zusammengefasst, und die Schlussfolgerungen wurden gemeinsam erörtert. Es wurden mehrere konkrete Entwicklungsansätze identifiziert, die weiter ausgearbeitet werden sollen, und die Diskussionen wurden in Form einer informellen Networking-Runde fortgesetzt.

Die Afterwork-Veranstaltung bot einen inspirierenden Rahmen, um Erfahrungen auszutauschen, die richtigen Ansatzpunkte im Zusammenhang mit den Behandlungswegen zu identifizieren und neue Lösungen für die Herausforderungen im Gesundheitswesen zu finden. Vielen Dank an die aktiven Teilnehmer für die intensiven Diskussionen!