ART Software, ein neues Mitglied des CleverHealth Network-Ökosystems, entwickelt Softwarelösungen für IVF-Kliniken

Das Softwareunternehmen ART Software Oy ist ein neues Mitglied des von HUS, dem Universitätsklinikum Helsinki, geleiteten CleverHealth Network-Ökosystems. Das Unternehmen entwickelt Software für Kliniken, die Behandlungen im Bereich der In-vitro-Fertilisation (IVF) anbieten. Das Hauptprodukt des Unternehmens, Aline, erfüllt die Anforderungen von IVF-Kliniken insbesondere hinsichtlich der Rückverfolgbarkeit und Anonymität menschlicher Keimzellen. Die Software gewährleistet, dass die Rückverfolgbarkeit niemals unterbrochen wird, die Datensicherheit jedoch in allen Situationen gewahrt bleibt. Petri Numminen und Sonja Lindfors berichteten über die Erwartungen von ART Software als Mitglied des CHN-Ökosystems. 

Petri Numminen ist seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2021 als Geschäftsführer von ART Software tätig. Das in Joensuu ansässige Unternehmen ART Software beschäftigt mehr als 10 Mitarbeiter und konzentriert sich auf die Entwicklung von Software für Kliniken, die Behandlungen bei Unfruchtbarkeit anbieten. Im Mittelpunkt der Kompetenz von ART Software steht die Optimierung von IVF-Laborprozessen. Ein nahtloser Informationsfluss zwischen Ärzten und Labor ist bei IVF-Behandlungen unerlässlich, da das Timing insbesondere bei der Eizellentnahme und der Embryonenkultur von entscheidender Bedeutung ist. Die vollständige Synchronisierung dieser Prozesse bildet den Kern der Funktionsweise der Aline-Software. 

Fachwissen und klinisches Verständnis 

Sonja Lindfors hat in Biochemie promoviert und verfügt über Forschungserfahrung auf dem Gebiet der Embryologie. Sie war 1,5 Jahre lang an der Entwicklung und dem Testen der Aline-Software beteiligt. Sonja ist als Expertin für IVF-Software sowie als Ansprechpartnerin für das CHN-Ökosystem tätig. Ihr früherer Forschungshintergrund weckte ihr Interesse an Fertilitätsbehandlungen und bringt klinische Perspektive in die Produktentwicklung von ART Software ein. Laut Sonja wurde die Aline-Software bereits in mehreren Fertilitätskliniken sowohl in Finnland als auch im Ausland im Pilotbetrieb getestet, und derzeit laufen Verhandlungen über die Einführung. Bei ART Software bereitet man sich intensiv auf die Einführung des neuen Registers für Unfruchtbarkeitsbehandlungen des finnischen Instituts für Gesundheit und Wohlbefinden (THL) vor.  Es wurden bereits umfangreiche konkrete Vorarbeiten geleistet, um die von der THL geforderte automatische Übermittlung der Registerdaten zu ermöglichen. Die Datenübermittlung der Kliniken an das neue Register beginnt am 1. Januar 2026. 

ART Software ist dem CHN-Ökosystem beigetreten, um Zugang zu klinischen Daten aus der tatsächlichen Behandlungspraxis zu erhalten. Dies ist unerlässlich, um Software zu entwickeln, die den tatsächlichen Anforderungen von Fertilitätskliniken gerecht wird. Das CHN-Ökosystem bietet zudem Möglichkeiten zur Vernetzung, Zusammenarbeit und zum offenen Austausch mit verschiedenen Interessengruppen – all dies bildet eine wertvolle Grundlage für eine wirkungsvolle und datengestützte Entwicklungsarbeit. 

Begeisterung für die Zusammenarbeit im Rahmen des IVF-AI-Projekts 

Laut Sonja Lindfors zeigt ART Software großes Interesse an dem kürzlich im CHN-Ökosystem gestarteten IVF-AI-Projekt. Sonja sieht die Stärken der Aline-Software in ihrer Browserbasiertheit, ihrer modernen Architektur und dem nahtlosen Datenaustausch zwischen den verschiedenen Einheiten. Im Rahmen des IVF-AI-Projekts könnte Aline zudem als Testplattform für die Technologielösungen anderer Unternehmen dienen. Die Multi-Client-Umgebung ermöglicht verschiedene Testkonfigurationen und das gleichzeitige Erproben unterschiedlicher Algorithmen. Die Anpassbarkeit der Software und ihre Integrationsfähigkeit in andere Systeme stellen weitere Vorteile dar. ART Software verfügt zudem über fundierte Kenntnisse der Arbeitsprozesse in IVF-Labors.  

Erwartungen und Zukunftsvisionen 

Im CHN-Ökosystem sieht ART Software Möglichkeiten, die emotionalen und logistischen Herausforderungen zu bewältigen, mit denen kinderlose Paare konfrontiert sind, insbesondere im Zusammenhang mit gespendeten Keimzellen. Derzeit suchen die Betreuer manuell im Spenderregister nach zueinander passenden Spendern und Empfängern von Keimzellen, doch der Einsatz von Technologie sorgt für mehr Objektivität und Effizienz in diesem Prozess. Die Abstimmung der Zeitpläne von Spendern und Empfängern, die Automatisierung des Wartelistenmanagements sowie eine schnelle und präzise Datenübertragung stellen zentrale Herausforderungen dar. Um die Arbeit der IVF-Fachkräfte zu erleichtern, werden schnelle Erfassungsmöglichkeiten und innovative Lösungen wie sprachgesteuerte IVF-Tools entwickelt. 

ART Software arbeitet eng mit finnischen und internationalen Kliniken zusammen. Derzeit wird eine neue Keimzellenbank entwickelt, deren Ziel es ist, die Verwaltung der Spenderwartelisten zu optimieren.  In naher Zukunft strebt das Unternehmen an, weitere finnische Kliniken als Kunden zu gewinnen und auf die Märkte der nordischen Länder und des Baltikums zu expandieren. 

Internationale Zusammenarbeit und Beobachtung des regulatorischen Umfelds 

Internationale Partnerschaften sind für ART Software von entscheidender Bedeutung, da die Vorschriften für IVF-Behandlungen von Land zu Land variieren. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen sind lokale Partner unverzichtbar. Sonja Lindfors weist darauf hin, dass in Europa ein Übergang zu einheitlicheren Praktiken bei Behandlungen mit gespendeten Zellen stattfindet und die Arbeitsabläufe der Kliniken derzeit standardisiert werden. ART Software verfolgt diese Entwicklungen genau, um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben. 

Das Ziel von ART Software ist es, den Verwaltungsaufwand für Kliniken zu verringern, indem Werkzeuge bereitgestellt werden, die manuellen Aufwand und Papierkram reduzieren. So können sich die Fachkräfte auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren: den Umgang mit den Patienten, die ganzheitliche Behandlungsplanung und die Auswahl des besten Embryos. Dies führt zu einer besseren Versorgung und einer effizienteren Nutzung der Ressourcen. 

Aktive Zusammenarbeit und größere Wirkung 

Petri Numminen und Sonja Lindfors freuen sich auf die Zusammenarbeit und den Gedankenaustausch mit den anderen Partnern. Sie haben bereits die motivierende und offene Atmosphäre des CHN-Ökosystems kennengelernt. Das Hauptziel von ART Software ist die Entwicklung datengestützter Lösungen, und CHN bietet ein hervorragendes Kooperationsforum für diese Entwicklungsarbeit. 

Abschließend betont Sonja, dass die von ART Software entwickelten Programme auch für andere Verfahren der Zell- und Gewebespende geeignet sind, wie beispielsweise Hornhauttransplantationen, bei denen die Rückverfolgbarkeit von entscheidender Bedeutung ist. Die Technologie des Unternehmens bietet weitreichendere Anwendungsmöglichkeiten in diesem Bereich, insbesondere unter Berücksichtigung neuer Vorschriften wie der SoHo-Verordnung. Das Potenzial der Lösungen von ART Software erstreckt sich auch über die Reproduktionsmedizin hinaus. 

Foto: Die IVF-Software-Expertinnen von ART Software, Elisa Lehtilahti und Sonja Lindfors, auf der Konferenz der European Society of Human Reproduction and Embryology.