Unternehmen des Monats: Microsoft ist auch im Gesundheitswesen ein Vorreiter im Bereich der künstlichen Intelligenz und der Cloud-Dienste

Microsoft ist einer der weltweit führenden Technologieanbieter, dessen Lösungen sich auf eine Vielzahl von Branchen erstrecken – darunter auch das Gesundheitswesen. Microsoft ist seit den Anfängen am „CleverHealth Network“-Ökosystem beteiligt, das vom Universitätsklinikum Helsinki (HUS) geleitet wird. Wir haben Aleksi Kuitu, der bereits seit zehn Jahren als Kundenbetreuer bei HUS tätig ist, sowie den Technologiestrategen Olli Rysä interviewt. Beide sind im CHN-Ökosystem tätig und treiben in Zusammenarbeit mit anderen Partnern Projekte im Gesundheitswesen voran.  

Künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste im Zentrum des Gesundheitswesens 

Die Rolle von Microsoft im Gesundheitswesen hat sich in den letzten Jahren insbesondere durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Cloud-Diensten erheblich weiterentwickelt. Aleksi Kuitunen erläutert, wie das Unternehmen künstliche Intelligenz in alle seine Produkte integriert hat. Dies wird sich auch konkret im Arbeitsalltag der Fachkräfte im Gesundheitswesen bemerkbar machen. Microsoft bietet eine Plattform und Verwaltungsfunktionen für KI-Modelle verschiedener Anbieter, und die Partnerschaft mit OpenAI ermöglicht es, Sprachmodelle schnell für die Kunden bereitzustellen. 

Ein Beispiel für die KI-Lösungen von Microsoft ist Dragon Copilot, das für Fachkräfte im Gesundheitswesen entwickelt wurde und das die klinische Dokumentation und andere Routineaufgaben automatisiert, indem es Spracherkennung, Umgebungshörfunktion und generative KI zu einem nahtlosen Arbeitsablauf vereint.  

Bei sicheren KI-Lösungen im Gesundheitswesen geht es um weit mehr als nur um die großen Sprachmodelle, die derzeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Neben den großen Sprachmodellen entwickelt Microsoft auch auf bestimmte Branchen und Anwendungszwecke spezialisierte KI-Modelle sowie Technologien, die für den sicheren Einsatz dieser KI-Modelle erforderlich sind.  

Ein Beispiel für die Entwicklung künstlicher Intelligenz für klinische Anwendungen ist das KI-Modell GigaTIME. Künstliche Intelligenz wird beispielsweise bei der Analyse routinemäßiger pathologischer Bilder eingesetzt, was eine genauere und kosteneffizientere Diagnostik ermöglicht, wenn präzisere und deutlich teurere Bildgebungsverfahren erforderlich sind. Darüber hinaus wurden Prototypen von Orchestrierungsschichten entwickelt, wie MAI-DxO, in denen KI-Agenten Krankheiten diagnostizieren und Ärzte bei komplexen und anspruchsvollen Patientenfällen unterstützen. 

Starke lokale Präsenz und globale Investitionen 

Die weltweite Präsenz von Microsoft zeigt sich auch in Finnland, wo kontinuierlich in die lokale Präsenz investiert wird. Das Unternehmen investiert erheblich in die Verfügbarkeit von Kapazitäten in verschiedenen Ländern, und in Finnland entsteht derzeit einer der größten Rechenzentrumskomplexe Europas. Olli Rysä weist darauf hin, dass diese Projekte auch den Gesundheitswesen-Systemen zugutekommen und für Sicherheit sowie Versorgungssicherheit sorgen, was angesichts der aktuellen weltweiten Lage von besonderer Bedeutung ist. Weltweit ist das Investitionsvolumen beträchtlich: Allein im letzten Quartal investierte Microsoft über 35 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seines Rechenzentrumsnetzwerks und seiner Cloud-Plattformen. 

Der in Espoo, Kirkkonummi und Vihti entstehende Rechenzentrumsstandort setzt auf Nachhaltigkeit: Microsoft hat sich verpflichtet, seinen eigenen Energieverbrauch durch Strombezugsverträge vollständig mit neuer erneuerbarer Energie zu decken. 

Die Abwärme der Rechenzentren in Espoo und Kirkkonummi wird in Fernwärme umgewandelt und in das Fernwärmenetz der Region eingespeist.  

Microsoft ist zudem ein führender Akteur im Bereich der Informationssicherheit, der die Cybersicherheit in Europa gewährleistet. Das Unternehmen gehört zu den weltweit größten Forschungsorganisationen und investiert Dutzende Milliarden in die Forschung. Dies zeigt sich auch deutlich in der Entwicklung von Lösungen für das Gesundheitswesen. 

Zusammenarbeit im Ökosystem und lokale Lösungen 

Microsoft arbeitet auch in Finnland eng mit seinem Partnernetzwerk zusammen. Zu den Kooperationspartnern zählen unter anderem Anwendungsentwicklungsunternehmen, die Patienteninformationssysteme, Online-Dienste und andere branchenbezogene Lösungen sowohl im Gesundheitswesen als auch in anderen Branchen entwickeln, sowie Lösungspartner, die Anwendungen implementieren und warten, die an die Bedürfnisse der Kunden angepasst sind. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wird sichergestellt, dass die Lösungen den lokalen Vorschriften und Prozessen entsprechen und den Anforderungen der Endnutzer gerecht werden. 

Die CHN-Projekte nutzen die Datenplattform von HUS, die auf Microsoft-Diensten basiert. Diese Datenplattform von HUS hat die Entwicklung der CHN-Projekte ermöglicht, indem sie eine sichere und qualitativ hochwertige Möglichkeit zur Verwaltung großer Datenmengen bietet. So ist beispielsweise die Cloud-Umgebung „HUS Academic“ von HUS selbst zertifiziert und lässt sich an die Anforderungen der Forschung anpassen. Zahlreiche Partner des CHN-Netzwerks entwickeln zudem neue Lösungen auf der Grundlage der Technologieplattformen von Microsoft. 

Der Kerngedanke von CHN – die Kraft der Zusammenarbeit – passt gut zu den Handlungsgrundsätzen von Microsoft. Aleksi Kuitunen erklärt: „Finnland ist ein kleines Land, und wir müssen unterschiedliche Perspektiven zusammenführen, um Lösungen von Weltklasse zu entwickeln. Die interdisziplinäre Kompetenz und die Zusammenarbeit innerhalb des CHN-Ökosystems ermöglichen Fortschritte und die Entstehung von Innovationen.“ 

Zusammenarbeit und Innovationskultur in Unternehmen jeder Größe 

Microsoft arbeitet sowohl mit großen als auch mit kleinen Unternehmen zusammen. Große Unternehmen bringen entscheidendes Fachwissen in den Bereichen Informationssicherheit und Skalierbarkeit ein, während kleinere Unternehmen oft agiler und innovativer sind. Die Bündelung dieser Stärken ist der Schlüssel zum Erfolg. 

Aleksi Kuitunen betont die Rolle der künstlichen Intelligenz in einer Kultur der Entwicklung und des Experimentierens. Mithilfe von künstlicher Intelligenz lassen sich zudem Innovationsprozesse beschleunigen, Prototypen schnell erstellen und Risiken minimieren. Microsoft verfügt bereits über Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit HUS, wie Entwicklungsideen mithilfe des Copilot Researcher-Agenten ausgearbeitet und mit KI-Entwicklungswerkzeugen innerhalb eines Tages von der Idee bis zur Prototypenphase gebracht werden können. Der Einsatz von KI ermöglicht einen direkteren Austausch zwischen Endnutzern und Entwicklungspartnern sowie eine schnellere Entwicklungsarbeit.  

Die Investitionen von Microsoft in künstliche Intelligenz, Cloud-Dienste und das Partner-Ökosystem eröffnen neue Möglichkeiten für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens und die weltweite Skalierung neuer Innovationen. Künstliche Intelligenz unterstützt die Konzeption, Produktentwicklung und praktische Umsetzung von Lösungen, und Ressourcen können effizienter auf das eigentliche Forschungsproblem oder die Herausforderungen der Nutzer ausgerichtet werden als auf die Anwendungsentwicklung.